FDP: Chance für den Sport vertan

Das Sportlerheim des 1. SC Norderstedts.

Das Sportlerheim des 1. SC Norderstedts.

„Die Fraktionen von CDU und SPD sehen in dem Beschluss – die Erstellung eines neuen Sportstättenleitplans  – einen großen Wurf für den Sport in Norderstedt. Aus Sicht der Liberalen wurde eine Chance für den Sport vertan! Gerade jetzt, wo der Ausschuss beschlossen hat, sich um den Titel „Sportfreundliche Kommune 2011“ des Landes Schleswig-Holsteins zu bewerben“ fasste der sportpolitische Sprecher der FDP, Tobias Claßen, die letzte Ausschusssitzung zusammen.

Eine von der Verwaltung nun zu erstellende Sportstättenleitplanung beschränkt sich auf die Punkte: Bevölkerung und Bevölkerungsprognose, Bestand und Bewertung der vorhandenen Sporteinrichtungen, Bedarfsermittlung des Schul- und Vereinssports und eine Bilanzierung mit einer Prognose bis ins Jahr 2020 und mögliche Maßnahmen.

„Somit müsste der Ausschuss eigentlich in Zukunft „Ausschuss für Schule und Vereinssport“ heißen. Aber Sport ist in unserer Gesellschaft mehr als nur Vereinssport. Dies bestätigen Zahlen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung. Und dies haben die Sportvereine im Gegensatz zur Verwaltung und der Politik schon lange erkannt und sich mit neuen Angeboten in diese Richtung geöffnet“, erklärte Claßen nach dem Besuch der Veranstaltung  „Starker Sport – Starke Städte“ des DOSB in Frankfurt.

Sportliche Aktivitäten werden demnach nur zu 19% in Sportvereinen betrieben und vor Ort zu 44% in Sportstätten, die durch den Sportstättenleitplan abgedeckt werden. Dabei bleibt der Organisationsgrad in Sportvereinen vor allem im Bereich der Kinder und Jugendlichen weiterhin erfreulicherweise konstant hoch. Eine ganzheitliche Sportentwicklungsplanung, die auch die Bereiche außerhalb des Vereins- und Schulsports mit einbezieht, hat also ein sehr großes Potential in unserer Stadt, welches nicht erfasst wird.

Eine Sportentwicklungsplanung umfasst zusätzlich zu den oben genannten Punkten eine Bedarfsanalyse des Sportverhalten der Bevölkerung, die nicht in Sportvereinen, Schulen oder Kitas Sport treiben, und eine Bestandsaufnahme der Sport- und Bewegungsräume, die es außerhalb der bekannten Sportplätze und –hallen gibt. Darüber hinaus muss es das Ziel sein,  das städtische Sportamt zu stärken und zu einem Serviceamt für alle Norderstedter Bürger umzustrukturieren. Aus Liberaler Sicht müssen alle den Sport betreffende Angelegenheiten zentral vom Sportamt bearbeitet werden, z.Zt. ist z.B. für die Bolzplätze, die Reitwege und die Erstellung von Radtouren das Amt für Stadtentwicklung und Verkehr zuständig. Um das Ziel,  ein Sportamt zentral alle sportlichen Belange bearbeiten zu lassen, zu erreichen, bedarf es einer Planungsgruppe, an der alle Betroffenen auf Augenhöhe mit der Unterstützung eines externen Beraters zusammenarbeiten, wie bereits in der sportfreundlichen Kommune 2010 Henstedt-Ulzburg erfolgreich geschehen.

„Die Norderstedter Sportvereine werden bei einem Sportentwicklungsplan in ihrer Position gestärkt und die Möglichkeiten, in unserer Stadt Sport in unterschiedlichster Art und Weise zu treiben, verbessert. Dies sollte uns das Geld für die Beratung wert sein!“, stellte Claßen abschließend fest.

Der abgelehnte FDP-Antrag lautet wie folgt: ” Die Verwaltung wird beauftragt einen Sportentwicklungsplan unter Hinzuziehung eines externen Beraters zu erstellen. Die Verwaltung wird gebeten dem Ausschuss für Schule und Sport zu seiner nächsten Sitzung am 2. Februar 2011 eine Beschlussvorlage vorzulegen, die die genauen Punkte bzw. Module des Arbeitsauftrages an einen externen Berater und die dafür zu erwartenden Kosten umfasst sowie die Verwaltung in die Lage versetzt danach zeitnah den externen Berater einzuschalten.”


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