Dr. Rainer Stinner: Weckt Fußball-Aus Bosnien-Herzegowina endlich auf?

Dr. Rainer Stinner, MdB. (Bild: FDP-Bundestagsfraktion)

Dr. Rainer Stinner, MdB. (Bild: FDP-Bundestagsfraktion)

Zum Ausschluss Bosnien-Herzegowinas aus den Fußballverbänden UEFA und FIFA erklärt der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestags- fraktion Rainer STINNER:

Bisher waren alle Anstrengungen vergeblich, die verantwortlichen Politiker in Bosnien-Herzegowina über die ethnischen Grenzen hinweg zur Zusammenarbeit zu bewegen. So scheitert seit fünf Monaten eine Regierungsbildung. Von der Bevölkerung wird das bisher weitgehend passiv hingenommen.

Vielleicht bewirkt Fußball eine Änderung: Weil sich der nationale Verband nicht auf einen statt wie bisher drei Präsidenten einigen konnte, ist die Fußball-Nationalmannschaft ab sofort von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen, auch von der jetzt laufenden EM-Qualifikation.

Fußball ist über die ethnischen Grenzen hinweg Nationalsportart. Es wäre dem Land zu wünschen, dass dem Sport gelingt, was die Politik nicht geschafft hat: Nämlich wirklich die Bevölkerung zu mobilisieren gegen eine politische Denkweise, die nie den Nutzen des Ganzen, sondern immer und ausschließlich die Vorteile der eigenen Volksgruppe sieht. Beeinflussung von außen hat versagt. Änderungen müssen von innen kommen. Wenn die rote Karte des Fußballs ein Weckruf ist, dann hat Sport eine segensreiche Rolle gespielt.


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